Oiseau Bleu

Unerwartete Begegnung mit Dora Koster. Abends in einer Bar in Zürich taucht plötzlich Dora Koster auf – Geschichten treffen auf offene Ohren.

March, 2016
In St. Gallen geboren, verbrachte Dora Koster ihre ersten Jahre bei den Grosseltern mütterlicherseits im Elsass. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte ihre Mutter mit ihr 1945 in die Schweiz zurück. Dora Koster lebte bis zu ihrem zwanzigsten Lebensjahr in 35 verschiedenen Familien, acht Kinderheimen und zuletzt in einem Internat, in dem sie musisch geprägt wurde. Mit zwanzig Jahren verliess sie die Schweiz und arbeitete in Paris an der Place des Vosges, beim Rabbiner David Feuerwerker als Gouvernante. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz verschlug es Dora Koster in die politische Szene von Genf. Anschliessend arbeitete sie bis zu ihrem vierzigsten Lebensjahr als Angestellte in diversen Firmen und führte in Zürich bis zur Volljährigkeit ihrer Tochter auch eine so genannte Sexklinik. Ihr erstes Buch Nichts geht mehr: Stationen einer Frau aus dem Milieu (1980) löste an der Buchmesse Frankfurt 1980 ein enormes Echo aus, sodass sie von einer Stunde auf die andere zum Medienstar wurde. Dora Koster zog sich als Reaktion auf diese für sie unerwartete Entwicklung sehr schnell ins Privatleben zurück. Bis heute arbeitet sie erfolgreich als Schriftstellerin und Malerin. Sie wird für ihre Lyrik und ihre eigenwillige Sprache gerade auch bei Germanisten sehr geschätzt.

Dora Koster engagiert sich in Zürich seit 30 Jahren in Freiwilligenarbeit für Aidskranke und Menschen in schwierigen Situationen. Für ihre literarischen Leistungen und ihr soziales Engagement wurden ihr von der Stadt und dem Kanton Zürich und der Insel Helgoland Preise verliehen.

Das ZDF sendete am 31. März 1981 einen dokumentarischen Beitrag über Dora Koster in der Sendereihe Lebenserfahrungen.

Dora Koster lebt in Zürich.

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